Aktuell am Gymnasium Hoheluft

Geographie zum Anfassen: Das Gradnetz der Erde in der Klasse 5a

Kurz vor den Weihnachtsferien wurde es im Geographieunterricht der fünften Klassen besonders praktisch und kreativ. Passend zur winterlichen Jahreszeit beschäftigten sich die Schüler:innen mit dem Gradnetz der Erde – und bauten dabei ihren eigenen kleinen Globus.

Zum Einstieg ging es um eine geografische Besonderheit direkt vor unserer Haustür:
Auf der Kennedybrücke in Hamburg verläuft eine unsichtbare geografische Linie – der 10. Längengrad. Diese Markierung befindet sich auf dem nördlichen Gehweg vom Ostufer der Brücke und zeigt eindrucksvoll, wie mithilfe von Längen- und Breitengraden die Lage eines Ortes auf der Erde exakt bestimmt werden kann. Doch wie funktioniert das eigentlich genau?

Diese Frage wurde im Unterricht gemeinsam geklärt: Die Schüler:innen erarbeiteten die Begriffe Breitengrade, Längengrade, das Gradnetz sowie geografische Koordinaten. Anschließend wurde das theoretische Wissen praktisch umgesetzt – mit einer Klementine als Modell der Erde.

In vier Schritten zum eigenen Globus

Alle Schüler:innen erhielten eine Mandarine, einen Holzspieß und einen Filzstift. Ziel war es, aus der Frucht einen Globus mit Gradnetz und Kontinenten zu bauen:

Schritt 1: Pole und Erdachse
Am Fruchtansatz wurde der Nordpol, am gegenüberliegenden Ende der Südpol markiert. Anschließend wurde der Holzspieß durch beide Pole gestochen. Er stellte die Erdachse dar. Durch Drehen des Spießes gegen den Uhrzeigersinn wurde die Erdrotation nachgeahmt.

Schritt 2: Breitengrade
Die Frucht wurde mit dem Nordpol nach oben aufgestellt. In der Mitte wurde beim Drehen der Frucht der Äquator eingezeichnet. Danach folgten ober- und unterhalb im gleichen Abstand weitere Breitengrade – jeweils alle 20 Grad.

Schritt 3: Längengrade
Nun wurde eine Linie vom Nord- zum Südpol gezeichnet: ein Meridian, also ein Längengrad. Im gleichen Abstand wurden weitere Längengrade ergänzt, ebenfalls im Abstand von etwa 20 Grad. Damit war das Gradnetz vollständig.

Schritt 4: Kontinente einzeichnen
Mithilfe des Atlasses wurden nun die Kontinente skizziert, beginnend mit Afrika. So entstand Schritt für Schritt ein kleiner, selbst gebauter Globus.

Das Basteln machte allen viel Freude, zeigte aber auch: So einfach ist es gar nicht, ein korrektes Gradnetz und die Kontinente auf einer runden Oberfläche darzustellen – eine wichtige Erkenntnis für das räumliche Vorstellungsvermögen.

Die kreative Schritt-für-Schritt-Anleitung stammt aus dem Westermann-Diercke-Praxisbuch Geografie Gymnasium 1 Hamburg (Ausgabe 2025), das wir neu für den 5. Jahrgang angeschafft haben. Ein tolles Beispiel dafür, wie anschaulich und handlungsorientiert Geographieunterricht sein kann.

So wurde das Gradnetz der Erde nicht nur verstanden – sondern im wahrsten Sinne des Wortes begriffen.

Erarbeitung des Gradnetzes der Erde

Autorin: Frau Minners