Die Mittagspausen wurden auf Deck zu einem literarischen Leckerbissen von Schüler*innen für Schüler*innen gestaltet, der Poetry Slam 2019 hatte seine große Bühne und dies völlig zurecht. Die Texte der Finalistinnen waren in ihrer Individualität und Kreativität herausragend, sodass es am Ende dem Schüler*innen im Publikum als Jury nicht leicht fiel, eine Siegerin zu bestimmen.

Letztendlich hat Sophie K. (10b) vor Lana H. (9a) und Jasmin B. (10b) gewonnen. Ausschlaggebend dabei war sicherlich auch die überzeugende Performance, die bei dem Publikum großen Anklang fand.

Herzlichen Dank an alle beteiligten Schüler*innen, insbesondere an Paul S. (10a) und Frau Nöldner für den gelungenen organisatorischen Rahmen.

(Text/Foto: Herr Fux)

Auszug: „Vom Erwachsen-Werden“ (von Lana H. - Klasse 9)

Manchmal gehe ich über den Spielplatz, auf dem ich früher noch gespielt hab, doch heute sind da Teenager, die nichts Besseres zu tun haben, als da rumzustehen und zu labern, und vielleicht eine zu rauchen oder sich zu besaufen. Und ich erinnere mich, vor ein paar Jahren noch, haben wir hier Spaß gehabt, und uns tot gelacht. Wir haben davon geträumt, mal groß zu sein, aber wenn wir jetzt ehrlich sind, wir waren lieber klein.
Und wenn ich heutzutage meine Freunde frage,
ob wir auf das Klettergerüst wollen, wie in alten Tagen, ist keiner mehr dabei,
und Ticken spielt man nicht allein. Wir haben so viele Sachen verlernt, die für uns die Welt bedeuteten und wenn wirs noch wissen, sind wir dazu zu schwer oder zu groß, jedenfalls geht es nicht mehr. Wir hatten so viel Fantasie und Euphorie.
Wir waren weder zu stoppen noch zu toppen. Doch alles ändert sich einmal, (Qual, Schal, Wahl) wir haben nicht einmal eine Wahl und bevor wir es mit-bekommen, explodiert die Zeitbombe des Kind-Sein, Glückwunsch, man kommt jetzt in die „Pubertät“ rein. Und wie oft man sich als Kind gewünscht hat, (Watt, Statt, Matt) Dass man alles das tun kann was einem Spaß macht ein ganzes Leben lang, ohne gehindert zu werden daran.
Nun ja, die Realität sieht leider anders aus,
und man muss sich eingestehen, Prinzessinnen gibt es nur in Märchen und man zieht nie in ein Schloss, man bleibt in einem Haus. Und Leute sind nicht immer nett,
es gibt mehr Böse als man denkt. Meistens sind die Stiefmütter nicht so schlimm,
dass war nur eine Erfindung der Gebrüder Grimm. Genauso wie der Fakt, dass Disney alle Prinzessinnen schöner macht und somit haben alle Mädchen dieser Welt scheiß Idole gehabt. Wenn man sich früher noch schön fand, schaut man sich jetzt im Spiegel an und denkt: „Ich bin fett, Mann!“
Wieso war man früher so zufrieden mit sich selbst? Und mit einigen anderen auch und Gott und der Welt. Sich entwicklen und erwachsen werden ist ein Kinderrecht, Aber was wenn man diese Etappe einfach weglässt? Und das Recht nicht gebrauchen will,
denn Teenager sein ist ein ganzer Haufen Tüll …


(Text: Lana H.)